Die Maske steht symbolisch für eine Rolle, die man spielt, man verschleiert oder verzerrt mit ihr sein wahres Ich oder stellt jemand anderen dar. Wird die Maske, wie im Projekt von Laura Kind, jedoch transparent, kann man hindurchschauen, sieht also sehr genau, wer sich hinter der Maske verbirgt, während für den Maskenträger immer noch die Illusion entstehen könnte, anonym zu sein.
Wir distanzieren uns zwar gerne von der Vorstellung, im Internet allzu viel von uns preiszugeben, dabei macht die bloße Nutzung von Online-Diensten unsere Identität fast völlig transparent. Mit jedem Klick, Like und Kauf werden Daten über uns generiert. Algorithmen ermitteln unser Geschlecht und Alter, persönlichen Neigungen, unser Sportverhalten – und sie können auch ziemlich genaue Vorhersagen darüber treffen, womit wir unsere Zeit verbringen werden, wenn wir offline sind.

Laura Kind: Transparent Society. Vakuumgeformte Plastikmasken, 14 × 22 cm.
Vakuum-Tiefziehverfahren, Thermoformen mit Heißluftfön. Transparentes PET- G, transparente irisierende Plastikfolie. Entstanden als Semesterarbeit im 6. Semester im Kurs »Face the Face«, betreut von Prof. Aram Bartholl.