Bachelorarbeit von Friederike Polzin
Prüferinnen: Prof. Renata Brink, Prof. Dr. Anke Haarmann

Expandierende postmoderne Wirtschaftssysteme und die sichtbaren Tendenzen des steigenden Konsums tragen immer mehr zur Zerstörung natürlicher Lebensräume bei. Das Anschaffen neuer Dinge scheint zum Selbstzweck geworden zu sein und erfüllt nicht länger die Funktion der Verbesserung von Lebensqualität. Ein Grund für die daraus resultierende ökologische Krise, sei ein gestörtes, entfremdetes Naturverhältnis, so Hartmut Rosa.
Angesichts dieser problematischen Entwicklungen scheint eine Veränderung unserer Gesellschaft in vielen Aspekten unausweichlich. So versucht diese Arbeit mittels alternativer Gesellschaftsmodelle, die nicht-humane Lebewesen wie Pflanzen mit einbeziehen, einen spekulativen Blick in die Zukunft zu werfen. Anhand transformativer und spekulativer Praktiken wird eine zukünftige Gesellschaft im Jahr 2100 imaginiert, die über ihre Kleidung eine symbiotische Verbindung mit Pflanzen eingeht und so
versucht ihre Bedürfnisse und Perspektive besser zu verstehen. Es geht um Fragen nach Verantwortung gegenüber anderen Wesen, die den Planeten mit uns teilen und dem eigenen Verhältnis zur Natur.
Die entstandenen Outfits sind inspiriert von futuristischen Pflanzen, die im Jahr 2100 besondere Eigenschaften haben und ihre Fasern abgeben, wenn sie dazu bereit sind. Diese Fasern bilden die Basis der Kleidungsstücke. Deren Oberflächen, sowie Schnitt und Funktion sind pflanzlichen Eigenschaften nachempfunden. Beide Outfits lassen sich an den Körper anpassen und auf unterschiedliche Weise tragen. Ärmel und Hosenbeine sind abtrennbar, sowie die Weite variabel.

Diese Arbeit entstand in Kooperation mit:
Johanna Besseling (Fotos), Taku (Make-Up), Daniel Almagor (3-D-Pflanzen)

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